Der verwundbarste Moment ist nicht der erste Tag, sondern die Mitte, wenn die Neuheit vorbei ist und das Ziel noch fern liegt. Hier helfen einfache Kniffe: vorab festlegen, zu welcher Tageszeit die Challenge abgehakt wird, damit es nicht auf den Abend verschoben wird, wenn die Kraft schon fehlt; nur ein bis zwei Challenges gleichzeitig offen halten, um nicht durcheinanderzukommen, welcher Tag zu welcher gehört.
Nützlich ist auch, vorab zu wissen, was ein einzelner Fehltag tatsächlich kostet – ist die Regel im Voraus klar, wird ein Ausrutscher nicht zur Überraschung, die stärker aus der Bahn wirft als der ausgelassene Tag selbst.
Ein weiterer wirksamer Kniff: die Challenge an eine bereits bestehende Sache im Tagesablauf koppeln, statt dafür extra neue Zeit einzuplanen. Ist tägliches Lesen direkt nach dem morgendlichen Kaffee eingebaut, ist die Chance, es zu vergessen, spürbar geringer, als wenn es als abstrakte Aufgabe für „irgendwann heute" herumhängt.
Es lohnt sich auch, sich vorab selbst festzulegen, was an einem schwierigen Tag als „erledigt" zählt. Ein volles einstündiges Training und eine zehnminütige Dehnübung sind formal unterschiedliche Dinge, aber zählt nur Ersteres, steigt an einem vollen Tag das Ausrutschrisiko stark. Eine mildere Regel – vorab eine Minimalversion festlegen, die den Tag trotzdem abschließt – senkt die Versuchung, ganz auszusetzen, wenn die Kraft für die volle Version fehlt.